Wer’s glaubt, wird riesig: Die Zukunft heißt E-Commerce  

Jeder Mensch, der das Internet und Apps zum Shoppen und für Dienstleistungen nutzt, ahnt bereits, dass der Onlinehandel boomt.

Längst in den Alltag integriert, hat sich unser Einkaufserlebnis dank E-Commerce nachhaltig verändert und vereinfacht. Spätestens die im Jahr 2020 durchgeführte Statista-Marktstudie zeigt eindrücklich, wie Onlineshops den Umsatz in die Höhe treiben. Ausgewertet wurde das Geschäftsjahr 2019 der 1000 führenden deutschen B2C-Onlineshops für physische Güter. Diese Blogreihe präsentiert die interessantesten Studienergebnisse, erste E-Commerce-Beobachtungen aus dem Ausnahmejahr 2020 und Tipps von unseren Digitalisierungsexperten für die Planung 2021.

Wer sind die Marktführer?

E-Commerce gibt dem Handel Auftrieb – das ist schon lange keine reine Beschwörung von Digitalliebhabern mehr, sondern handfest belegt und auch von deutschen Traditionsunternehmen wie Lidl und Otto im großen Stil verwirklicht. Doch wer hat die Nase vorn in Deutschland? Wenig überraschend, thront Amazon auf dem ersten Platz, dicht gefolgt vom heimischen Otto-Konzern und der Modeplattform Zalando. Die globalen Riesen Apple und Amazon konkurrieren in den Top Ten mit einer Mehrzahl von deutschen Anbietern wie Saturn und bonprix.

Allein die zehn umsatzstärksten Onlineshops Deutschlands besetzen den Marktanteil von 51,7 Mrd. Euro mit bis zu 40 Prozent (darunter z.B. Zalando, Apple und notebooksbillger.de).

Obwohl einige große Unternehmen – häufig Generalisten wie Amazon und Otto – die Liste anführen, bedeutet dies keineswegs, dass es keine Newcomer gibt. Im Gegenteil: Mit 199 neuen Shops sind es mehr denn je zuvor. Dennoch zeigt sich: Die großen deutschen Onlineshops dominieren den Markt und werden immer größer. Im Geschäftsjahr 2019 sind die Top 1000 Onlineshops Deutschlands mit 12,4 % um ein beachtliches Maß gewachsen.

Weitgefächerte Produktgebiete und Dienstleistungen, Videos, Musik und (digitale) Bücher, Elektronik und neue Medien, Mode und Lebensmittel stehen im Fokus der zehn führenden Anbieter. Auf die ersten 500 Plätze haben es hauptsächlich breit aufgestellte Unternehmen geschafft. Weiter hinten sind eher Spezialisten gelandet. Während die erste Gruppe ihren Gesamtumsatz auch im Jahr 2020 weiter gesteigert hat, ging er für die zweite Gruppe insgesamt zurück. Wie wir im Folgebeitrag dieser Blogreihe sehen werden, kann man sich aber über geschickte Social Media-Nutzung auch mit spezifischeren Produkten und Themen eine Nische sichern.

Was ist neu, was ist „typisch deutsch“?

Um die Auswirkungen der Covid-19-Situation zu untersuchen, wurden 2020 zwei weitere Umfragen durchgeführt. Dort zeigten sich die Shopbetreiber siegessicher: Für das laufende Krisenjahr rechneten 80 % der befragten Händler und Händlerinnen mit einem Umsatzwachstum. Damit können sie richtig gelegen haben. Mit einer leichten Mehrheit von 53% gaben die Konsumenten nämlich an, pandemiebedingt deutlich mehr online als im stationären Handel eingekauft zu haben. Wie ausgeprägt dieser Trend tatsächlich war, werden uns aber erst die exakten Geschäftszahlen für das Jahr 2020 sagen. Leider liegen diese branchenbedingt noch nicht vor; es gibt bisher nur Schätzungen.

Gleichzeitig kann dies aus der Praxis von E-Commerceprojekten unserer Kunden bestätigt werden und deckt sich mit unserer Beobachtung. Unsere Kunden haben teilweise in 2020 ein Umsatzplus von bis zu 250% zum Vorjahresmonat gemacht.

Die am häufigsten angebotenen Zahlungsarten der Top 1000 Onlineshops sind Wallets und digitale Paymentanbieter. Diese werden von überwältigenden 95,9 % der deutschen Onlineshops genutzt. Auch wenn die korrekte Aussprache des „Zahlkumpels“ manchen noch schwer über die Lippen geht, ist PayPal des Deutschen Liebling und mit 95,1 % in fast allen Shops vertreten.

Führender Versanddienstleister ist 2020 immer noch DHL geblieben, auch wenn das Wachstum geringer verlief als im Vorjahr. Die Wachstumssiegerin 2020 war wie im Jahr davor die Selbstabholung. Über 20 % mehr Onlineshops als im Vorjahr haben sie angeboten. So konnten Kunden und Kundinnen zuletzt bei mehr als der Hälfte der deutschen Onlineshops ihre vorbestellte Ware in den Filialen vor Ort abholen.